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Kräuterkunde

10 Kräuter fürs Wohlbefinden

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Kräuter verwöhnen täglich mit ihrem feinen Aroma unsere Gaumen. Sie beinhalten wichtige Inhaltsstoffe und ätherische Öle. Lesen Sie hier welche Geschmacksaromen bei der Verwendung der beliebtesten 10 Kräuter entstehen und welche Inhaltsstoffe bereits vorhanden sind.

Basilikum - das Sandmännchen

  • Aroma:
    pfeffrig-würzig und leicht süßlich, getrocknet leicht nach Minze

  • Inhaltsstoffe: 
    Gerbstoffe, wertvolle Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) und ätherische Öle

  • Herkunft
    In Indien wurde Basilikum bereits vor 4000 Jahren als Gewürz verwendet. Über Persien gelangte Basilikum ins Mittelmeergebiet. Bei den Römern wurde es als Arznei-, Gewürz- und Zierpflanze genutzt. Erst seit 800 Jahren ist Basilikum in Europa bekannt. Inzwischen gibt es rund 60 verschiedene Sorten, die sich im Aussehen, der Wuchshöhe und in den Inhaltsstoffen unterscheiden.

  • Verwendung:
    Basilikum wird niemals mitgekocht - dies zerstört das Aroma - sondern erst am Ende der Garzeit zugegeben.
    Aus der französischen und besonders aus der italienischen Küche ist Basilikum nicht wegzudenken. Es eignet sich besonders für Tomatengerichte. Basilikum passt gut zu Fisch, Ragout, Kräutersaucen, Wurstwaren und zu südländischen Gemüsen, z.B. Paprika und Auberginen. Es sollte an Kräuterbutter, Joghurt-Dips und Omelettes nicht fehlen. Basilikum ist Bestandteil der Kräuter de Provence und gehört in jedes italienische Pesto. Vor allem passt Basilikum hervorragend zu allen Fleischgerichten, die mit Wein und Knoblauch zubereitet werden.

Dill - der Appetitanreger

  • Aroma: 
    pikant, mit einem leichten Hauch von Anis, Fenchel und Kümmel

  • Inhaltsstoffe:
    ätherisches Öl, Carotinoide (sekundäre Pflanzenstoffe)

  • Herkunft:
    Bereits die Ägypter und Römer verwendeten Dill, der im Mittelmeergebiet und Vorderasien heimisch ist, als Gewürz- und Heilpflanze. Die Ägypter gebrauchten ihn gegen Kopfschmerzen und zur Beruhigung. In Nordamerika sollen während langer Predigten den Kinder Dillsamen zum Kauen gegeben worden sein, damit sie während dieser Zeit still blieben.

  • Verwendung:
    Ideal ist Dill für die Zubereitung von Fisch, besonders Lachs, Aal, Krebsen und Krabben. Die Samen werden ganz oder gemahlen an Suppen, Kohl, Dillbutter und Brot gegeben. Die feinen Dillspitzen passen zu Kartoffelsalat, Gurkensalat, Weichkäse, Eier und gegrilltem Fleisch. 

Kerbel - der Reinemacher

  • Aroma: 
    zart-süßlich nach Anis oder Fenchel, leicht nach Lakritz 

  • Inhaltsstoffe: 
    Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), ätherische Öle und Bitterstoffe

  • Herkunft: 
    Kerbel ist im Kaukasus und Südrussland beheimatet. Möglicherweise durch die Römer, die den Kerbel schätzten, gelangte er ins Mittelmeergebiet. Hier war er im Mittelalter stärker verbreitet als heute.

  • Verwendung: 
    Kerbel würzt Kartoffel-, Pilz- oder Tomatensuppen und passt besonders gut zu Lammfleisch, Brathuhn und gegrilltem Fisch.

Oregano - der Fettverbrenner

  • Aroma:
    leicht pfeffrig, herb, nicht ganz so würzig wie der ihm ähnliche Majoran

  • Inhaltsstoffe:
    Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle

  • Herkunft: 
    Oregano ist eine einheimische Pflanze an Wegrändern, Gebüschen und Waldrändern, vor allem der wärmeren Regionen Deutschlands. In Mitteleuropa ist allerdings der Geschmack der Pflanzen weniger intensiv als im Mittelmeergebiet, wo der Oregano ebenfalls verbreitet ist. 

  • Verwendung: 
    Oregano gilt als "das" klassische Pizzagewürz, ist jedoch in vielen anderen südländischen Speisen enthalten. Oregano passt zu Tomaten, Käse, Bohnen, Auberginen, Zucchini, Fisch, Muscheln und Fleisch, es schmeckt auch in Kräuterbutter, Leberwurst und Kartoffelsuppe.

Petersilie - die Vitaminbombe

  • Aroma:
    frischer Duft, leicht scharfer Geschmack (glatte Petersilie schmeckt noch intensiver als krause)

  • Inhaltsstoffe:
    Geballte Fülle an Vitaminen (C, E und B-Gruppe) und Mineralstoffen

  • Hekunft:
    Von den Griechen wurde die Petersilie in der Küche verschmäht, sie gaben ihr aber trotzdem einen hohen Stellenwert: Die heilige Petersilie galt als Symbol festlicher Fröhlichkeit und bekränzte Sieger im sportlichen Wettkampf. Bei den Römern hatte sie einen ähnlichen Stellenwert, wurde aber auch gerne in der Küche verwendet. Sie brachten die Petersilie wahrscheinlich auch nach Mitteleuropa, wo sie dann aber wieder in Vergessenheit geriet. Erst im 16. Jahrhundert erlangte sie wieder an Geltung. Heute ist das aus der östlichen Mittelmeerregion stammende Kraut ein Standardgewürz.

  • Verwendung:
    Petersilie ist ein Universalgewürz. Sie ist Bestandteil des Bouquet garni, wird für Saucen, Kräuterbutter, Suppen, Eierspeisen, Fisch, Muscheln, Fleisch, Geflügel, Kartoffeln, Semmelknödel und als Garnitur zu fast allen europäischen Gerichten verwendet. Die Wurzelpetersilie wird in Suppen und Saucen eingesetzt.

Rosmarin - der Nervenstarke

  • Aroma: 
    leicht bitter-harzig, erinnert an Weihrauch und Nadelduft

  • Inhaltsstoffe:
    ätherische Öle, Harze, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide

  • Herkunft:
    Rosmarin wächst wild an den Küsten des Mittelmeeres. Den Ägyptern, Griechen, Römern und Juden war der Rosmarin heilig. Die Griechen weihten ihn der Aphrodite; Jungfrauen wurden mit Rosmarin bekränzt. Die Römer brachten den frostempfindlichen Rosmarin nach Mitteleuropa. Rosmarin galt als das Grün der hoffenden Liebenden und als Liebesbeweis. Junge Paare steckten einen Rosmarinzweig in die Erde, wuchs er an, verhieß dies Glück für die Ehe. Allgemein galt Rosmarin als Sinnbild für Treue und Verlässlichkeit.

  • Verwendung:
    Vorsichtig dosiert werden die stark würzenden Blätter besonders in der italienischen Küche an Fleischgerichte (besonders Lamm und Ziege), Fisch, Kartoffeln, Gemüse und Salate gegeben. Rosmarin gehört ins italienische Fladenbrot (focuccia) und gibt Marinaden für Grillfisch und -fleisch einen herzhaften Geschmack.

Salbei - das Multitalent

  • Aroma:
    kräftig, nach Lavendel und Kampfer duftend

  • Inhaltsstoffe: 
    ätherisches Öl, Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide

  • Herkunft: 
    Salbei wächst wild auf trockenen und felsigen Hängen an den Nordküsten des Mittelmeeres. Den Griechen war der Salbei heilig und sie versuchten, mit ihm die Götter gnädig zu stimmen. Auch die Römer benutzten den Salbei, der Gattungsname Salvia bedeutet Heil, auf ihn geht der deutsche Name zurück. Mit Mönchen gelangte er über die Alpen nach Mitteleuropa. Salbei galt als Allheilmittel. Chinesen tauschten im 17. Jahrhundert für eine Kiste Salbei drei Kisten Tee ein. Sie hielten den Salbei für lebensverlängernd.

  • Verwendung: 
    Salbei ist in der mediterranen Küche sehr beliebt, vor allem würzt er das "Saltimbocca" (Kalbsschnitzel) und Lebergerichte in Italien. Typische Gerichte mit Salbei sind: Fleisch- und Fischgerichte, Hammel, Lamm, Blutwurst, Suppen (speziell Aalsuppe), Käsegerichte, Gans, Ente, Schweinefleisch, Salat und dicke Bohnen.

Schnittlauch - die Erkältungsbremse

  • Aroma: 
    duftet ein wenig nach Zwiebel, leicht scharf, würzig

  • Inhaltsstoffe: 
    Vitamin C

  • Herkunft: 
    Schnittlauch stammt wahrscheinlich aus dem Mittelmeer, kommt aber auch an unseren Flussufern gelegentlich vor. Die Römer kannten eine grüne Sauce mit Schnittlauch zu Eiern und zu gekochtem Fleisch. Bereits im Mittelalter wurde von Karl dem Großen der Anbau von Schnittlauch in den Kräutergärten befohlen. Schnittlauch gehört zusammen mit dem Porree und der Zwiebel in eine Familie.

  • Verwendung: 
    Mit Schnittlauch würzt man Kräuterquark und Kräuterbutter, er ist aus der französischen Küche nicht weg zu denken. Er passt sehr gut zu Rührei und Eiersalat, zu gebundenen hellen Saucen und Tafelspitz. Anstatt Petersilie passt er aber auch gut zu klaren Suppen, Eintöpfen, Tomaten-, Gurken- und grünem Salat.

Thymian - der Magenfreund

  • Aroma: 
    würzig, leicht herb, sehr intensiv

  • Inhaltsstoffe:  
    ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide

  • Herkunft:  
    Es gibt verschiedene Thymianarten, die zum Teil im Mittelmeerraum wachsen. Bei dem in der Küche verwendeten Thymian handelt es sich um eine Mittelmeerart. Bei den Ägyptern und Griechen spielte der Thymian eine große Rolle. Bei der Einbalsamierung ihrer Toten nutzten die Ägypter den Thymian, Griechen und Römer verbrannten ihn als Weihrauch. Die Griechen rieben sich nach dem Bad mit Thymianöl ein, die römischen Soldaten nahmen Thymianbäder zur Stärkung, denn Thymian galt als Symbol der Kraft. Ferner besaß Thymian den Ruf eines Aphrodisiakums. Die Damen gaben den Kreuzrittern Tüchlein mit aufgestickten Thymianzweigen mit auf den Weg ins Heilige Land. Ein Suppenrezept aus dem 17. Jahrhundert gegen Schüchternheit nennt als Zutaten Bier und Thymian.

  • Verwendung:  
    Das würzige Kraut ist ideal für die Mittelmeerküche. Schmorgerichte, Geflügel, Fisch und Gemüse bekommen durch Thymian einen wunder-baren Geschmack. Es gehört in die Kräutermischungen Kräuter der Provence und Fines Herbes und schmeckt hervorragend in Würzessig und Ölen.

Minze - das Heilkraut

  • Aroma:  
    duftig, würzig, nach Menthol

  • Inhaltsstoffe:  
    ätherische Öle

  • Herkunft:  
    Minze ist ein europäisches Gewächs, von dem es unzählige Arten gibt. Die Grüne Minze ist eine der bedeutendsten unter ihnen. Schon die alten Griechen entdeckten die antiseptischen Eigenschaften und die liebesanregende Wirkung dieses Krauts. Sie verboten ihren Soldaten strikt den Verzehr der Minze, damit sie vor lauter Liebeshunger nicht ihre Kampfkraft schwächten. Heute kennt man die grüne Minze vor allem in der englischen Küche. Aus ihr stellt man die berühmte Minz-Sauce her, die Hammel und Lamm verfeinert. Aber auch viele Gerichte aus Indien, dem Balkan und der Türkei werden mit Minze gewürzt.

  • Verwendung:  
    Grüne Minze verfeinert nicht nur süße Leckereien aus Obst, fruchtige Cocktails und Milchmixgetränke - sie schmeckt auch edel in Cremesuppen, zu Gemüsen wie Möhren, Kohlrabi und Zuckerschoten und gibt Wildgerichten eine besondere Würze. Das erfrischende Kraut passt auch zu Lammbraten, Kartoffeln und Salaten.